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Das Netzwerk gegen Einsamkeit

Ein neues Design für das Frauen-Netzwerk (Bild: Mariia Prudnikova)
Ein neues Design für das Frauen-Netzwerk (Bild: Mariia Prudnikova)

[18|01|2022]

Gemeinsam mit Prof. Ralph Buchner und Studierenden der Fakultät für Design ist eine neues Kommunikationskonzept für das Frauennetzwerk "Munditia" entstanden.

 

„Corona-Lockdown – Singles im Homeoffice” war die Überschrift eines Artikels, der im April 2020 bei Adelheid Reik den Stein ins Rollen brachte. Ein ganzseitiger Artikel in einer Tageszeitung beschrieb die seelischen Dramen, die durch die verordnete Isolation bei alleinlebenden Menschen ausgelöst werden. Als Krankenschwester kümmert sie sich um das Wohlbefinden von Menschen und beschloss nach Lösungen dafür zu suchen. Sie gründete Munditia, ein Netzwerk für Frauen in der zweiten Lebenshälfte, in dem sich Frauen gegenseitig unterstützen.

 

Neues Design aus der „Ideengarage“ der HM

Im Kurs „Social Entrepreneurship: Ideengarage” unterstützte ein interdisziplinäres Team von Studentinnen die Geschäftsidee von Reik. Das Team stand vor einer großen Herausforderung: „Es ging auch darum, Einsamkeit zu enttabuisieren und zu schauen, wie man dieses Thema greifbar macht. Wir haben uns entschieden, eine starke Kommunikationsstrategie für Frau Reik zu erarbeiten, damit sie eine Community für ihr Frauen-Netzwerk aufbauen kann.“

 

Das Ziel: Frauenfreundschaften

Munditia ist inzwischen ein europaweites Frauennetzwerk, das aktuell noch als geschlossene Facebookgruppe auftritt, aber in Zukunft mit einem kostenpflichtigen Mitgliederbereich durchstarten möchte. Im Netzwerk sollen die Mitglieder langjährige Freundschaften aufbauen, um zusammen aktiv zu sein und um in schwierigen Zeiten nicht allein dazustehen. Es geht um gemeinsame Interessen, Verlässlichkeit und die Vermeidung von Isolation in späteren Jahren. Viele der Frauen, die sich für Munditia entscheiden, sind beruflich sehr erfolgreich und haben dadurch wenig Zeit für die Pflege von Freundschaften.

 

Pragmatische Konzepte

„Femme Connect“ ist der neue Namensvorschlag der Studierendengruppe für Reiks Netzwerk. Ob dieser sich bei der Gründerin durchsetzt, ist noch offen, aber alle Beteiligten waren sich bei der Präsentation einig, dass er auf jeden Fall gut klinge. Die Studentinnen kommen aus den Bereichen Management Sozialer Innovationen, BWL, Kommunikationsdesign und Fotodesign. Damit waren sie bestens gewappnet, um das Kommunikationskonzept für das Netzwerk aus verschiedenen Blickwinkeln anzugehen. Alle standen hinter Reiks Botschaft der wichtigen Bedeutung von Freundschaften für ein erfülltes Leben und ihrer Strategie den Frauen anzubieten, nachhaltig verlässliche Kontakte zu knüpfen. In vielen Arbeitssitzungen, unter anderem mit Coach Prof. Ralph Buchner, Studiendekan der Fakultät für Design, entwickelte das Team das neue Kommunikationskonzept: Den Fokus setzen sie auf Kooperationen mit Cafés, einen optimierten Social-Media-Auftritt und ein modernes Branding und Wording. Eine ausgeklügelte Content-Strategie und eine neue visuelle Sprache sollen dafür sorgen, dass neue Mitglieder gewonnen werden. Feedback von bestehenden Mitgliedern zum neuen Auftritt wurde abgefragt und direkt in die Gestaltung umgesetzt. Gründerin Reik war von dem Ergebnis beeindruckt: „Die Ideen der Studentinnen werden in die Entwicklung von Munditia einfließen und diese mitprägen.“

 

 

Ralf Kastner