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TALK12

Designer Tobias Lugmeier (Mitte) zu Gast beim Talk12-Team der Studierenden an der Fakultät für Design
Designer Tobias Lugmeier (Mitte) zu Gast beim Talk12-Team der Studierenden an der Fakultät für Design

[10|12|2019]

Tobias Lugmeier vom Office Diez zu Gast an der Fakultät

 

Am 5. Dezember 2019 war Tobias Lugmeier auf Einladung des Talk12-Teams zu Gast an der Fakultät für Design.

 

Seit seinem Studienabschluss im Jahr 2016 an der Hochschule München ist Tobias Lugmeier Industriedesigner im Studio von Stefan Diez und verantwortet dort Projekte für internationale Kunden aus dem Möbel- und Interiorsektor. Zudem arbeitet er an eigenen Projekten im Konsumgüter-, Technologie- und Möbelbereich.

 

Beim TALK12 teilte er seine Gedanken und Fragen zur Zukunft des (Industrie)designs anhand von Zitaten und Beispielen aus seiner Arbeit in verschiedenen Bereichen der Industrie mit dem Publikum.

 

Die Zukunft des Designs ist ungewiss

 

Der Designer Philippe Starck stellt die These auf, dass Technologie Design obsolet machen wird und dass alles Design sein werde. Tobias Lugmeier stimmt dem insofern zu, dass der Begriff „Design“ obsolet sein werde, weil er mit den Prozessen, als selbstverständlicher Teil, verschmelzen werde. Er glaubt aber nicht, dass Design verschwinden wird, sondern dass „Technologie uns ermöglichen wird, noch bessere Designer zu sein. Quasi Designer ohne Limit“.

 

Momentan sei unsere Vorstellungskraft unser Limit. „Wir können nur designen, was wir uns vorstellen können“, so Lugmeier. Durch Artificial Intelligence (AI) könnten wir dieses Limit überwinden, und es werden Sachen außerhalb unseres Vorstellungsbereiches entstehen können. Die Stärke von Designerinnen und Designern sieht Tobias Lugmeier in dem Vermögen, sich Wissen aus vielen Bereichen anzueignen und neu kombinieren zu können. Wissen diene als Grundlage, um designen zu können.

 

Office Diez als Beispiel für moderne Design-Arbeit

 

news-20191205-TALK12-Tobias-Lugmeier2 Die Arbeitsweise von Office Diez zeichne sich durch ein tiefes Verständnis der Materialien und die Nutzung der technischen Möglichkeiten aus. Dazu sei es notwendig, das Material und dessen Eigenschaften zu verstehen und diese für die Gestaltung zu nutzen, statt Effekte zu simulieren. Das bedeute ganz konkret, z.B. die Eigenschaft von Glas, Licht zu leiten, für das Konzept einer Leuchte zu nutzen.

 

Durch Wissen werden Produkte besser und relevanter. Das Diez Office setzt sich mit Experten zusammen, um sich das erforderliche Wissen anzueignen. Das Studio verantwortet das Projekt vom Konzept bis zur Ausarbeitung, wobei letzteres weitaus mehr Zeit in Anspruch nehme. Bei der Ausarbeitung sei man dann mehr Ingenieur als Designer, sagt Tobias Lugmeier.

 

Artificial Intelligence bietet Potenzial zur Optimierung

 

Er sieht in den neuen technischen Entwicklungen vor allem eine Chance, die es als Designer zu nutzen gilt. Die technischen Entwicklungen würden unsere Arbeitsweise und Rolle als Designer ändern. Im generativen Design und AI Driven Design sieht Tobias Lugmeier Tools zur technischen Umsetzung, die es uns ermöglichen, als Dirigent zu fungieren, der den Blick für das Große und Ganze behält. Der Anspruch sei, AI zur technischen Optimierung und effizienteren Ausführung der Prozesse zu nutzen.

 

Folgende Frage gab Tobias Lugmeier den Studierenden für die Zukunft mit auf den Weg: „Wie können wir technische Möglichkeiten nutzen, um endlich die Designer zu werden, die wir sein könnten?“

 

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Text: Noemi Slawinski
Fotos: Tim Petersen