Flaggenzeug #3: Hommage an Rupprecht Geiger
20. Oktober 2026, 18.30 Uhr Uhr, Fakultät für Design
Mit einer Einführung in das Format »Flaggenzeug« durch Prof. Markus Frenzl sowie einem Gespräch mit Julia Geiger, moderiert von Tina Barankay.
Rupprecht Geiger (1908–2009) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der ungegenständlichen Malerei und Farbfeldmalerei der deutschen Nachkriegsmoderne. In München als Sohn des Malers und Grafikers Willi Geiger geboren, beginnt er zunächst eine Laufbahn als Architekt, bevor die Kriegsjahre den Beginn seiner malerischen Laufbahn markieren. Mit außergewöhnlicher Konsequenz und Kontinuität widmet er sich fortan seinem künstlerischen Ziel: die Farbe an sich – und insbesondere die Farbe Rot – in ihrer Absolutheit sichtbar zu machen. Indem er die Farbe selbst zum Motiv erklärt, wird er zu einem der wichtigsten deutschen Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Werk umfasst fast tausend Gemälde, ein umfangreiches druckgrafisches Œuvre, unzählige Papierarbeiten und Collagen sowie zahlreiche Arbeiten im öffentlichen Raum – viele davon in und um München, auch in Gebäuden der Hochschule München: Im Eingangsbereich des Hochschulgebäudes in der Lothstraße 34 begrüßt die beeindruckende Wandarbeit Farbkomposition Rot (Großes Rot mit Contrapunkt) seit 1990 täglich Hunderte Studierende und Mitarbeitende.
Mit dem Thema Fahne hat sich Rupprecht Geiger immer wieder auseinandergesetzt – so auch im Rahmen einer Ausstellung in Landshut im Jahr 2000, als er für die Spitalkirche Heiliggeist zwei monumentale, beidseitig bemalte Fahnen mit den korrespondierenden Titeln Morgen Rot für die gelbe Leinwand und Abend Rot für die rote Leinwand schuf. Heute hängt die gelbe Fahne im Nemetschek Haus in München/Riem, während die rote Fahne an verschiedenen Standorten gezeigt wird, u. a. in der Luftraumfahrthalle des Deutschen Museum, im Haus der Kunst oder im Festsaal des Hotels Bayerischer Hof in München.
Die dritte Edition des Formats »Flaggenzeug« greift die Idee der damaligen Ausstellung auf und schafft einen spannenden Kontrast zwischen historischer Fassade und den beiden Fahnen in leuchtendem Rot/Pink und Orange. In enger Zusammenarbeit mit dem Archiv Geiger, das seit 2010 das künstlerische Werk Geigers betreut und durch Veranstaltungen, Forschungsprojekte und Kooperationen in der internationalen Kunstlandschaft verankert, ist eine künstlerische Intervention entstanden. Sie ist als Hommage an den Rupprecht Geiger zu verstehen, mit dem sein Werk an der Hochschule München auch jüngeren Studierendengenerationen nähergebracht werden soll. Im Rahmen von Flaggenzeug #3 werden Besuche des Archivs Geiger und des Nemetschek Hauses angeboten.
Bild: Rupprecht Geiger, »Morgen Rot« aus dem Jahr 2000, Hängung im Nemetschek Haus in München (Foto: Andreas Pauly)